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Zwei Gemeinden |
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„Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen.“
Diese Worte aus der Weihnachtsgeschichte nach St. Lukas sind uns allen vertraut. Die Hirten
sind gemeint. Sie sind wichtige, begnadete Leute. Sind sie doch die ersten, die die „große
Freude“ sehen dürfen, die der Engel des Herrn draußen „auf dem Felde bei den Hürden“ ihnen
verkündigt hatte: „Euch ist heute der Heiland geboren!“
Auf dem Fensterbild, das ich während des Urlaubs in einer
Dorfkirche in Sachsen aufgenommen habe, sind vier Hirten
zu sehen. Sie sind an der Krippe angekommen. Und jedem
von ihnen hat der mir unbekannte Künstler einen besonderen
Wesenszug beigelegt. Der, der im Hintergrund steht mit dem
Schaf über der Schulter, hat große Augen. Staunend scheint er
kaum fassen zu können, was er da sieht. Der zweite, der seine
grobe Hirtenhand auf dem Holzverschlag ruhen lässt, scheint von einer tiefen Freude erfüllt
zu sein, wenn man ihm ins Gesicht schaut. Der Hirte rechts mit dem großen, weißen Bart beugt
sich ganz neugierig zum Christuskind hin. Kann es wirklich wahr sein, was ihnen verkündigt
wurde? Der offensichtlich jüngste Hirte macht nicht viel und doch alles: Er kniet anbetend an
der Krippe.
Wir gehen auf das Christfest zu. Wir tun dies zum x-ten mal mit großer Weihnachtsroutine. Es
wäre nicht schwierig, in einem unheiligen Rausch durch die Feiertage hindurchzueilen. Aber
es wäre nicht gut. Können wir es noch so wie die ersten Hirten? Ich wünsche es uns allen,
dass wir mit großen Augen staunen über das Wunder der Christgeburt; dass wir mit einer
tiefen Freude zur Ruhe kommen, wenn wir IHN in den Blick nehmen; dass wir neugierig das
ersehnen, was ER uns mitgebracht hat (Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit!) und dass
wir zuletzt Ihn anbeten, loben und IHM danken und darin nicht nachlassen, wenn auch wir die
Botschaft hören: „Euch ist heute der Heiland geboren!“
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