Zwei Gemeinden
der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Hamburg

Worte - Begriffe
Abendmahl
Alt-Katholische Kirche
Amen
Anbeten
Anfechtung
Anglikanische Kirche
Beichte
Bergpredigt
Besessener
Böse Geister
Buße
Christus
Credo
Christus
Credo
Dreieinigkeit - Trinität
Ehe brechen
Engel
Epistel
Evangelische Kirche
Evangelium
Ewiges Leben
Fasten
Freikirchliche Gemeinden
Gerechtigkeit
Gesetz
Gloria in Excelsis
Golgatha
Gottes Lamm
Halleluja
Heiland
Heiliger Geist
Himmelfahrt
Himmelreich
Hirten
Hölle
Himmelreich
Hirten
Hölle
Hohepriester
Hürden
Introitus
Kreuzigen
Kyrie Eleison
Menschensohn
Messias
Nägelmale
Orthodoxe Kirchen
Ökumene
Passa
Pharisäer
Propheten
Rabbi
Reich Gottes
Römisch-katholische Kirche
Sabbat
Schriftgelehrter
Segen
Sein Kreuz
Selbstständig
Evangelisch-Lutherisch
Selig
Segen
Sein Kreuz
Selig
Sünde
Taufe
Tempel des Leibes
Teufel
Trinität - Dreieinigkeit
Tröster
Wiedergeburt
Heiliges Abendmahl
Das Mahl des Herrn ist von Christus eingesetzt. Er feierte es zum ersten Mal am Abend vor seiner Kreuzigung mit seinen Jüngern (daher »Heiliges Abendmahl«). Nach seinem Befehl wird es von der Kirche beständig wiederholt. In diesem Mahl erlangen die Abendmahlsgäste Anteil am Leib und Blut Christi. Brot und Wein, die wir bereitstellen, werden von Christus gesegnet mit den Worten: »Das ist mein Leib, das ist mein Blut«. Unter diesen Worten ereignet sich ein Wunder, das mit der Vernunft nicht zu fassen ist. Leib und Blut des Gekreuzigten und Auferstandenen verbinden sich mit Brot und Wein. Was auf dem Altar gegenwärtig ist und uns gereicht wird, ist deshalb zugleich Brot und Leib Christi, Wein und Blut Christi. Wer dieses Sakrament im Glauben empfängt, dessen Sünde wird vergeben, dessen Glauben wird gestärkt. Christus nimmt in uns Wohnung und verbindet alle, die seinen Leib und Blut in sich aufnehmen, zu einer Gemeinde, die in Freude seiner Wiederkunft entgegensieht. Mit der ehrerbietigen Annahme seiner Gabe bekennen sich Christen zu ihrem im Sakrament wahrhaft gegenwärtigen Herrn. Weil Christus seine Gemeinde so reich beschenken will, soll das Heilige Abendmahl möglichst oft gefeiert und in fröhlichem Vertrauen häufig empfangen werden. Auch wer kein Verlangen nach dieser Gabe verspürt oder meint, ihrer nicht würdig zu sein oder Schwierigkeiten im Glauben hat, soll prüfen, ob er die Hilfe Christi im Sakrament nicht gerade besonders braucht. Sein Seelsorger kann ihm dabei raten. Schwache, kranke oder sterbende Gemeindeglieder können jederzeit ihren Pfarrer bitten, ihnen das Heilige Abendmahl zu Hause oder im Krankenhaus zu reichen. Durch Gebet und Selbstprüfung soll ein Christ sich auf den Sakramentsempfang vorbereiten. Dazu dient auch die Beichte, die deshalb in der Regel dem Sakramentsgang vorausgehen soll.
Alt-Katholische Kirche
Die Alt-Katholische  Kirche entstand nach 1870, als viele katholische Christen die Dogmen von der Unfehlbarkeit des Papstes und seinem Jurisdiktionsprimat nicht mittragen konnten. Es wurden Bistümer in mehreren Ländern  Europas gegründet. Die Alt-Katholische Kirche versteht sich als eine katholische Reformbewegung. Sie bekennt sich zur alten ungeteilten Kirche des 1. Jahrhunderts.
Amen
Dieses hebräische Wort bedeutet so viel wie: so ist es / so sei es.
Bei der Einleitung von Jesusworten mit ‚Amen’ bedeutet es: wahrlich
Unsere Gebete enden immer mit ‚Amen’ und gewinnen so eine besondere Zuversicht und Festigkeit.
Anbeten
Gott mit Worten und Lobgesang, aber auch manchmal durch Schweigen ehren als Gott und Herrn.
Anfechtung
Zum Leben des Christen wie auch zum Leben Jesu gehören Prüfungen, bzw. Versuchungen oder "Anfechtungen". In ihnen geht es immer um das gleiche Thema: prüfen, ob der Mensch wirklich seinem Gott ganz treu ist, oder versuchen, den Menschen von einer völligen Treue zu Gott abzubringen.   Die uns bekannten Prüfungen Jesu begannen direkt nach seiner Taufe, als der Versucher in der Wüste Jesus auf die Probe stellte ( vgl. Luk. 4, 1-13). Doch selbst durch seine eigenen Jünger kam eine Prüfung auf Jesus zu (Matth. 16,22-23). Und noch jetzt, kurz vor seinem Tode, kommt es erneut zur Prüfung seiner Treue zu Gott: Wird er sich gefangen nehmen lassen oder rechtzeitig vorher fliehen? Und wie werden die Jünger sich bewähren?
Anglikanische Kirche
Die Anglikanische Kirche entstand unter Heinrich VIII. in England. Sie vereinigt in ihrer Tradition  evangelische und römisch-katholische Glaubenselemente. Ihr Gottesdienst folgt den autorisierten Formen der Church of England, wie sie besonders im "Book of Common Prayer" niedergelegt sind.
Beichte
Christus hat seiner Kirche die Vollmacht übertragen, die Sünden zu vergeben oder zu behalten. Deshalb kann in der Beichte dem einzelnen die Vergebung der Sünden zugesprochen werden. Diese »Schlüsselgewalt« wird von den ordinierten Pfarrern ausgeübt. Die Lossprechung (Absolution) ist die Hauptsache in der Beichte; sie folgt dem Bekenntnis der Sünde (in der Einzelbeichte oder in der gemeinsamen Beichte). Auch der Getaufte fällt immer wieder in Sünde zurück. Sünde ist Ablösung und Abwendung des Menschen von Gott in Unglauben und Hinneigung zum Bösen. Die Beichte dient dazu, ihm Vergebung und Erneuerung zu bringen, das heißt zu seiner Taufe zurückzukehren. Die erteilte Vergebung ist wirksam und gültig, weil sie in Gottes Namen und im Auftrag Christi zugesprochen wird. Sie ist nicht gebunden an die Aufzählung aller Sünden in Gedanken, Worten und Werken. Wohl aber soll der Beichtende seine Sünden bekennen und bereuen. Will er begangene Sünden namentlich nennen und sich davon befreien lassen, kann er das in der Einzelbeichte tun. Was dem Pfarrer (Beichtvater) bekannt wird, steht unter dem »Beichtsiegel«, das heißt, der Pfarrer ist zur Verschwiegenheit gegen jedermann verpflichtet. Wo jedoch Erkenntnis der Sünde, Reue und Glauben fehlen, darf der Pfarrer von seiner Vollmacht zur Vergebung keinen Gebrauch machen, sondern er hat dem Unbußfertigen seine Sünde zu behalten bis dieser zur Einsicht und Umkehr kommt.
Bergpredigt
Bezeichnung für die Worte Jesu, die bei Matthäus in den Kapitel 5-7 zusammengefaßt sind, die sich bei den anderen Evangelisten an verschiedenen Stellen (also nicht zu einer Predigt zusammengefaßt) finden. Der Name ist durch Kap. 5,1 veranlaßt, weil Jesus die Predigt auf einem Berg hielt. Die Bergpredigt ist eine Ansprache an die Christen, nicht an alle Welt (5, 1-2). Leider hat es in der christlichen Kirche immer wieder (bis heute) Versuche gegeben, den Ernst der Bergpredigt abzumildern und sie als bloße "evangelische Ratschläge" hinzustellen. Dem widerspricht der der uns vorliegende Schlußabschnitt (7,24 ff)
Besessener
Noch heute übliche Ausdrucksweise, z.B. "besessen von einer fixen Idee", "der Alkohol hat völlig von ihm Besitz ergriffen". Das Ich des Menschen ist von einer ichfremden Macht in Besitz genommen (= besessen). Das kann bis zu krankhaften Veränderungen des Ich-Bewußtseins führen, die wir heute mit allerlei medizinischen Fremdworten bezeichnen und unterscheiden: Neurose, Psychosen, Schizophrenie usw. Die Krankheit eines Besessenen in der Bibel kann demnach sehr unterschiedlicher Art sein, da dieser Ausdruck eine Allgemeinbezeichnung ist.
Böse Geister / Dämonen
Damit bezeichnet die Bibel negative Mächte, denen der Mensch machtlos gegenübersteht; die er weder durch seine Vernunft noch durch seinen Willen unter Kontrolle bringen kann; die ihn körperlich und/oder seelisch zugrunde richten. Wenn der moderne Mensch nicht mehr von Dämonen spricht, sondern dies als Aberglaube abtut, so macht er sich damit nur etwas vor. Denn die Probleme kennt er schon: die zerstörerischen "Mächte" (= Dämonen) der verschiedensten Süchte, der unersättlichen Lebensgier, der Fanatisierung, der unbewältigten Triebhaftigkeit, des Machtrausches usw.
Buße
Buße bedeutet sowohl "Sinnesänderung" als auch daraus folgend "Lebensänderung". Während der Mensch natürlicherweise seine Meinungsbildung und seine Lebenshaltung vom eigenen Ich her formt, ruft Jesus uns dazu auf, dies zu ändern und neu von Gott her zu formen.
Buße ist also die Abkehr von der Befehlsstelle Ich und die Hinkehr zu der neuen Befehlsstelle Gott.
Christus
Ist die griechische Übersetzung des hebräischen Messias (zu deutsch: Gesalbter). In Israel war Messias die Hauptbezeichnung für den von Gottversprochenen Retter, der sein Volk und alle Menschen aus ihrer Gottesferne herausholen sollte. Und bis heute warten die Juden auf die Erfüllung dieser Verheißung, weil sie es nicht glauben wollen, daß Jesus der Christus Gottes ist. Gesalbt meint: mit Gottes Geist begabt (vgl.Mark.1,10f).
Credo
Glaubensbekenntnis
Ehe brechen
Bewußtes Eingreifen in eine vorhandene Ehe, um sie aufzulösen und evtl. den einen der beiden Partner zu einer neuen Lebensgemeinschaft zu bewegen. Auch dann darf eine Ehe nicht zerstört werden, wenn sie innerlich gestört ist. Dabei ist eine zeitweilige Trennung zur Behebung und Heilung solcher Störung noch keine Zerstörung.
Engel
Bezeichnung für einen Boten Gottes, der eine Botschaft Gottes an Menschen zu überbringen hat. Im allgemeinen Bezeichnung für einen überirdischen Boten (hier: Engel "vom Himmel"), aber auch verschiedentlich für einen menschlichen Boten (Haggai 1, 13;  Maleachi 2, 7;  Matth. 11,10 - im Urtext steht jeweils "Engel").
Das Wesentliche am Boten ist also nicht seine (außerirdische) Gestalt, sondern seine Botschaft von Gott.
Epistel
Lesung im Gottesdienst aus den Apostelbriefen oder der Apostelgeschichte oder aus dem Alten Testament
Evangelische Kirche
Der Versuch, die Römisch-katholische Kirche  zu reformieren, führte im 16. Jahrhundert in vielen mitteleuropäischen Ländern zur Entstehung der evangelischen Kirche. Sie hielt daran  fest, dass für die Rechtfertigung des Menschen vor Gott der Glaube an Jesus Christus allein entscheidet. Für sie entsteht Kirche dort, wo Gläubige zur Predigt und zum Abendmahl zusammenkommen und kein Amt dem anderen übergeordnet ist. Die evangelische Kirche entwickelte  sich im Laufe ihrer Geschichte regional unterschiedlich.
Evangelium
Griechisch: Wort für "gute Nachricht, frohe Botschaft". Bezeichnung für die Botschaft, die Jesus uns über Gottes Liebe zu uns gebracht hat, und für die Erlösung, die Jesus uns durch sein Sterben und Auferstehen erwirkt hat. Ursprünglich wurde dies Wort für jede Art von guter Nachricht verwandt, später eingeschränkt auf die eine gute Nachricht von Jesus.
Ewiges Leben
Nicht in erster Linie Bezeichnung für ein Leben nach dem Tode (wie vielfach angenommen) , sondern für ein Leben in Gemeinschaft mit dem ewigen Gott. Solches Leben dauert natürlich über den Tod hinaus an, aber beginnt schon jetzt im Moment des Beginns einer Nachfolge Jesu. Ewiges Leben bezeichnet also ein Leben, das von Gott so wertvoll geachtet wird, das es nicht wieder ausgelöscht werden soll, auch nicht durch den Tod.
Fasten
Bezeichnung für zeitweiliges und freiwilliges Verzichten auf Nahrung. In strengen Fallen wurde dabei auch auf das Trinken verzichtet. Zur Zeit Jesu wurde das Fasten besonders von den Pharisäern streng gehalten, meist zweimal in der Woche (donnerstags als dem Tag der Sinai  Besteigung durch Mose und montags als dem Tag des Abstiegs vom Sinai).
Freikirchliche Gemeinden
Viele evangelische Gläubige lehnten die Nähe zwischen Staat und Kirche grundsätzlich ab, die in den evangelischen Landeskirchen zum Tragen kam. So entstanden besonders im 19. Jahrhundert viele vom Staat unabhängige Kirchen, die auf eine freiwillige Glaubensentscheidung großen Wert legen. Freikirchen unterscheiden sich besonders durch  Gemeindeverständnis und Frömmigkeitsstil von anderen Kirchen.
Gerechtigkeit
In der Bibel ist mit diesem Begriff keine menschliche Tugend gemeint, die der Mensch zu verwirklichen hätte, sondern ein lebendiges Gottesverhältnis, in dem der Mensch sich in Gottes Wollen und Denken hineinnehmen läßt und sich mit seinem Leben diesem göttlichen Wollen und Denken öffnet und ganz zur Verfügung stellt. Das hat auch mit menschliche Auswirkungen, aber ist dann Gottes Wirken durch uns hindurch, so daß alle Ehre Gott allein zukommt.
Gesetz
Bezeichnung für die 5 Bücher Mose.  Gelegentlich wurde dieses Wort auch noch angewandt auf die Auslegung und Ausführungsbestimmungen der Pharisäer. "Das Gesetz" bezeichnet also sowohl die Heilstaten und Heilsgeschichte Gottes für sein Volk als auch die Gebote und Anweisungen an sein Volk.
Gloria in excelsis
Ehre sei Gott in der Höhe
Golgatha
Stätte der Hinrichtung Jesu.
Die Entstehung des Namens dieses Ortes (zu deutsch: Schädel) ist ungeklärt. Man vermutet, daß der Name von der schädelförmigen Gestalt des Hügels abgeleitet ist.
Gottes Lamm
Dieser Ausdruck erinnert an zwei jüdische Sitten: täglich wurden im Tempel zwei Lämmer symbolisch als Sühne für die Sünden des Volkes geopfert, jedes Jahr wurden am Passafest ungezählte Lämmer im Tempelbezirk geschlachtet (geopfert) und dann in Familien- bzw. Hausgemeinschaften verzehrt. Damit wurde an die Befreiung aus Ägypten erinnert, bei der auch jede Familie ein Lamm opferte, dessen Blut an die Türpfosten gestrichen und dessen Fleisch verzehrt wurde.
So ist Jesus im göttlich-realistischen Sinn das Opferlamm, das sein Leben als Sühne für die Sünden des Volkes hingibt und uns dadurch befreit aus der Sünde. Dies Opferlamm hat Gott selbst erwählt und damit zugleich allem tierischen Opfer ein Ende gemacht (vgl. Hebr. 9, 25 + 26; 10, 11-14). Denn nachdem das wirkliche Opferlamm geopfert wurde, sind die symbolischen Opferlämmer überflüssig geworden.
Halleluja
Preist, lobt den Herrn
Heiland
Einer, der Heil bringt.
Bereits im AT Name für Retter des Volkes Israel (Ri. 3,9.15) in äußeren Nöten. Name für Jesus, der das Heil in umfassender Weise bringt.
Heiliger Geist
Die biblische Pfingstgeschichte berichtet von dem Geburtstag der Kirche und zeigt: Die Predigt von Jesus Christus kommt bei unterschiedlichen Menschen an; sie begeistert, schafft Gemeinschaft und setzt in Bewegung.  Christen führen diese erstaunliche Wirkung auf die schöpferische Kraft des Heiligen Geistes zurück.  Gottes Geist (hebräisch: ruach, griechisch: pneuma, lateinisch: spiritus) wird in der Bibel als dynamisch geschildert:  Er ist belebend wie der Hauch des Atems, kraftvoll wie der Sturm, verzehrend wie das Feuer. Er bedient sich der Predigt oder der Texte, die zunächst nichts als eine Ansammlung toter Buchstaben sind.  So kann man den 23. Psalm "Der Herr ist mein Hirte" ein Leben lang lesen und hören, ohne daß er einen berührt.  Erst der Geist kann solche Worte so lebendig machen, daß Menschen in ihrer Lebenssituation begreifen:  W i r  sind gemeint.  Wenn der Heilige Geist schöpferisch wird, wenn Gott in Aktion tritt, wird das Wort verstanden, ergreift und verwandelt es seine Hörer.  Aber diese dolmetschende Funktion des Geistes läßt sich nicht organisieren, er weht wo er will und kann nur erbeten werden: "Veni creator spiritus" , "Komm Schöpfer Heiliger Geist".
Himmelfahrt
Nach Ostern hat Jesus sich noch 40 Tage den Jüngern gezeigt.  Dann wurde er vor ihren Augen von einer Wolke aufgehoben - in den Himmel ( Apostelgeschichte, Kapitel 1). Seit dem 4. Jahrhundert wird Christi Himmelfahrt gefeiert:  Jesus ist nicht im Tod geblieben, er ist bei Gott.
Himmelreich
Kein Reich "Utopia" irgendwo hinter den Sternen, sondern das Reich, in dem Gott gegenwärtig ist, in dem sein Friede herrscht und seine Gerechtigkeit alles durchdringt.
Wo ist dieses Reich? Jesus sagt gleich in seiner ersten Predigt (Matth. 4, 17: Das Himmelreich ist nahe herbeigekommen !). Mit Jesus ist Gott selbst uns nahe gekommen und damit auch sein Friede und seine Gerechtigkeit. Wo Menschen sich zu Jesus bekehren, sind sie Bürger im Reich Gottes geworden. Diese Teilhaberschaft am Himmelreich kann ihnen auch durch den Tod nicht mehr genommen werden.
Hirten
In der Antike ein angesehener Beruf. Daher konnte sogar das Königsamt mit dem eines Hirten verglichen werden. Und David vergleicht sogar Gottes Tun mit dem eines Hirten (Ps. 23: Der Herr ist mein Hirte...). Hirte war ein Beruf, der einerseits Mut und Tapferkeit erforderte (im Kampf gegen wilde Tiere) , andererseits viel Umsicht und Verantwortungsgefühl, um die anvertrauten Tiere recht zu versorgen. Jesus spitzt die Hirtenaufgabe nochmals zu: So sehr sorgt ein (rechter !) Hirte für die ihm anvertrauten Lebewesen, daß er sogar sein  Leben für sie aufs Spiel setzt.
Hölle
Ausdruck für das endgültige Ausgeschlossensein vom Heil Gottes.
Es gibt bereits auf Erden ein Fernsein von Gott.  Das aber ist noch kein endgültiges Fernsein. Es ist jederzeit durch Umkehr zu Jesus zu ändern. Mit dem Tod aber gibt es ein endgültiges Fernsein von Gott -  die Hölle. Das ist dann nicht mehr zu ändern. Jesus malt die Hölle nie aus. Er spricht nur von endloser Pein, d.h. dem Menschen ist in der Hölle die Unwiderruflichkeit seines Zustands bewußt geworden.
Hohepriester
Zur Zeit der Könige des AT besaß der Hohepriester die Aufsicht über Tempel, Gottesdienst und Priesterschaft. Nach der babylonischen Gefangenschaft (587 - 538  v.Chr.) stieg sein Ansehen und seine Macht, da es keinen König mehr gab.
Z.Z. Jesus war er der Vorsitzende des Hohen Rates und auch politisch die mächtigste Persönlichkeit im jüdischen Volk.
Hürden
Ummauerte, aber nicht überdachte Schutzplätze.
Introitus
Eingangs-Psalm in Gottesdienst
Kreuzigen
Grausamste Hinrichtungsart in der Antike. Die Römer übernahmen diese Art von den Persern und Karthagern, wandten sie aber nicht auf römische Bürger an. Während die Längsbalken schon auf der Hinrichtungsstätte eingerammt waren, mußte der Verurteilte den Querbalken selbst dorthin tragen. An den Querbalken wurde der Verurteilte angebunden oder meist angenagelt, dann am Längsbalken hochgezogen und an den Füßen angenagelt.
Kyrie Eleison
Herr erbarme Dich
Menschensohn
Häufige Selbstbezeichnung Jesu.
Dieser Ausdruck taucht zuerst auf im Buch Daniel (7, 13 f). Dort ist damit der künftige Herrscher des Gottesreiches (= Messias) gemeint. Bei den Juden wurde diese Bezeichnung gleichbedeutend mit "Messias, Retter"
(vgl. Joh. 12,34). So empfanden sie es als Gotteslästerung, daß Jesus sich selbst als den Menschensohn bezeichnete (Mark. 14, 61-64). Doch während bei Daniel nur von  der künftigen Macht und Herrlichkeit des Menschensohnes die Rede ist, wies Jesus immer wieder auch auf das vorher nötige Leiden hin.
Messias
der versprochene Retter
Die Propheten des AT haben immer wieder darauf hingewiesen, daß Gott jemanden schicken wird, der Israel  (und darüber hinaus die ganze Welt) erretten wird aus aller Verflochtenheit in die Sünde. Die Jünger erkannten: Jesus ist dieser Versprochene. Sie wurden daran noch einmal kurz irre durch die Kreuzigung, aber die Auferstehung bestätigte, was Jesus gesagt hatte.
Nägelmale
Bei der Kreuzigung wurden Jesus Nägel durch Hände und Füße geschlagen. Dabei wurden die Nägel vermutlich nicht durch die Handmitte geschlagen (wie auf Bildern dargestellt wird), sondern zwischen den Knochen der Handgelenke hindurchgetrieben. Die dadurch verletzten Nerven verursachten unerträgliche Schmerzen. Die Wunden werden als Wund- oder Nägelmale bezeichnet. Wenn Paulus in Galater 6, 17 von den Malzeichen Jesu an seinem Leibe spricht, ist das von ihm nicht wörtlich, sondern in übertragenem Sinne gemeint (= Leiden).
Orthodoxe Kirchen
Orthodoxie heißt "richtiger Lobpreis". Die Orthodoxie will das Glaubensgut und die Traditionen der ursprünglichen Kirche von ihren Anfängen bis heute unverändert bewahren.  Die nationalen orthodoxen Kirchen sind einig in demselben Dogma, derselben  Liturgie, demselben Kirchenrecht. Sie unterscheiden sich nur hinsichtlich ihres Sprachgebrauch und einiger lokal geprägter Gebräuche.
Ökumene
Im Griechischen ist mit Ökumene die bewohnte Erde gemeint. Unter christlichen Kirchen meint es sämtliche Bestrebungen hin zur Überwindung der Kirchenspaltungen und einer Einheit aller Christen.
Passa
Das "Fest der Errettung aus Ägypten" (vgl. 2. Mose 12).
Zur Erinnerung wird - wie in jener Auszugsnacht -  in der jüdischen Familie ein Lamm, das sog. Passalamm, geopfert.  Direkt im Anschluß wurde das Fest der ungesäuerten Brote gefeiert (vgl. Lukas 22, 7). Dies Passafest hat Jesus mit seinen Jüngern am Abend vor seinem Tode gefeiert und es dabei umgewandelt zum "Fest der Errettung aus den Sünden" (Abendmahl: Für euch vergossen !) Paulus nennt Jesus deswegen auch unser Passalamm, das für uns geopfert wurde (1. Korinther 5, 7).
Pharisäer
Mitglieder einer religiösen und politischen Erweckungsbewegung Israels. Leider blieben ihre Bemühungen allzu sehr in der Betonung der Einhaltung göttlicher Gesetze stecken und waren kaum von der Liebe Gottes geprägt. Bei allem ehrlichen Bemühen um die rechte Gesetzeserfüllung wurden sie vielfach kleinlich und kleinkariert, andererseits aber auch überheblich gegenüber anderen Menschen.
Ihr Name bedeutet vermutlich "die Abgesonderten". Ihr Einfluß in Israel war sehr stark.
Propheten
Im AT Bezeichnung für einige von Gott besonders ausgewählte Sprecher. Im NT Bezeichnung für Prediger und Verkündiger der Botschaft von Jesus (vgl. 12, 28; Apg. 11, 27;  15, 32;  Eph. 4, 11). Der Prophet entspricht heute dem Pfarrer, Prediger, Evangelisten, dem "Hauptamtlichen".
Rabbi
Bezeichnung im Judentum für einen theologischen Lehrer. Auch Jesus wurde oft so angeredet, da diese Bezeichnung nicht auf einer akademischen Ausbildung und einem akademischen Titel beruhte, sondern das tatsächliche Wirken eines Menschen anerkannte.
Reich Gottes
Kein Reich jenseits dieser Welt im "Himmel" , sondern hier auf dieser Erde. Wo ein Mensch Jesus Christus, den Verkündiger und Bringer des Reiches Gottes, in sein Leben einläßt - da hat Gottes Reich auf dieser Erde in diesem Menschen Fuß gefaßt.  Wo Menschen sich im Namen Jesu versammeln zu Lob und Ehre Gottes, da ist Gottes Reich. In diesem Reich (= Gemeinde Jesu) herrscht der Friede Gottes, die Freude an Gott und die Ausrichtung nach dem Willen Gottes. Dies alles allerdings erst anfangsweise.
Römisch-katholische Kirche
Die Römisch-katholische Kirche wurde zu einer  Weltkirche. Sie ist weltweit in Bistümer aufgeteilt.
Sabbat
Wörtlich: Ruhe, Ruhetag.
Bezeichnung hauptsächlich für den 7. Tag der Woche, an dem Gott nach der Schöpfung ruhte (der Wochensabbat) , aber auch für einen Festtag an einem anderen Wochentag, wie z.B. den Versöhnungstag (Festsabbat -3. Mose 16,29-31). Beim Sabbat geht es negativ um das Ausruhen von der Arbeit,  positiv um das Ruhen in Gott. Von daher kommt es zur Ausfüllung des Sabbats durch  den Gottesdienst, der einerseits der Anbetung Gottes, andererseits der Besinnung und Ruhe in Gott dient. Im Spät-Judentum wollte man diesen Tag durch eine Vielzahl von Geboten absichern gegen Mißbrauch und tötete damit das fröhliche Ruhen in Gott.
Schriftgelehrter
Bezeichnung für die jüdischen Theologen. Ihre Hauptaufgabe war die Auslegung der Heiligen Schrift. Die Tragik der Schriftgelehrten ist, daß sie die Schrift zwar sehr gut kennen, sie aber ohne eine klare Bekehrung zu Jesus und ohne den heiligen Geist immer wieder falsch verstehen. Schriftkenntnis bedeutet eben noch nicht Schriftverständnis.
Segen
Das erste Wort Gottes an die Menschen ist ein Segen (1. Buch Mose Kapitel 1, Vers 22). Am Anfang steht also kein Anspruch, sondern Gottes lebendiger Zuspruch von Lebenskraft. In der Bibel erfahren die Menschen diesen Zuspruch vor allem an Wendepunkten des Lebens, Ruhe, Schutz, Glück, Nachkommen oder Friede werden den Gesegneten verheißen. Nach jüdisch-christlicher Tradition kommt aller Segen allein von Gott. Menschen können ihn erbitten. Als Beschenkte können sie ihn dann weitergeben und selbst zum Segen werden. Seit biblischer Zeit ist es üblich geworden, daß der Segen durch Menschen, meist Priester oder Älteste, vermittelt wird. Das Segenswort wird von einer Segensgeste, dem Auflegen der Hand oder dem Ausbreiten der Arme, begleitet.  Ort des Segens ist die Schwelle: Am Ende eines Gottesdienstes oder lebensgeschichtlichen Übergängen, Geburt, Trauung oder Beerdigung, finden Segenshandlungen statt. In den christlichen Konfessionen gibt es zwar unterschiedliche Auslegungen über die Gestalt und die Vermittlung von Segen, aber gemeinsam ist ihnen die Bitte:
Gott sei uns gnädig und segne uns. Er lasse uns sein Antlitz leuchten, daß man auf Erden erkenne seinen Weg.
Sein Kreuz
Das Kreuz war im Judentum die dem gemeinen Verbrecher vorbehaltene Todesart. Wer so starb, galt als "verflucht bei Gott" (5. Mose 21, 23). Mit diesem Vers 38 macht Jesus seinen Jüngern unmißverständlich klar: zum Christsein gehört die Bereitschaft, um Jesu willen in der menschlichen Gesellschaft als Außenseiter zu gelten und sogar die Konsequenzen eines qualvollen Verbrechertodes auf sich zu nehmen.
Wenn hier von "sein" Kreuz die Rede ist, heißt das: dies sieht im Einzelfall sehr verschieden aus. Gott mutet jedem ein eigenes, individuelles Maß an "Ausgestoßenwerden" zu.
Selbstständige
   Evangelisch-Lutherische Kirche
Als König Friedrich Wilhelm III. anlässlich der Reformationsjubiläen 1817 und 1830 in Preußen die Union zwischen lutherischer und reformierter Kirche durchsetzte, wollten die Gegner dieser Union nicht eine neue Kirche gründen, sondern nur den Fortbestand der lutherischen Kirche, vor allem des lutherischen Abendmahls-Bekenntnisses, sichern. Nach heftigen Verfolgungen wurden sie 1845 als “Evangelisch-lutherische (altlutherische) Kirche  in Preußen” anerkannt. In Berlin entstand die erste selbständige lutherische Gemeinde 1835. Die verschiedenen freien lutherischen Kirchen in Deutschland vereinigten sich 1972 zur Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK).
Selig
Wie bei den Seligpreisungen der Bergpredigt (Matth. 5, 3ff) steht hier im Urtext ein ganz "weltlicher" Ausdruck: Glücklich! Gemeint ist also nicht eine ewige Seligkeit nach dem Tode, sondern ein glückliches und erfülltes Leben hier auf Erden.
Sünde
Der Begriff >Sünde< in Neuen Testament stammt eigentlich aus der Kriegssprache. Der Soldat, der sich im Waffengebrauch übt, muß immer wieder das Zielen lernen. Wenn er mit seiner Schußwaffe das Ziel anvisiert, seinen Pfeil abschießt und das Geschoß neben dem Ziel einschlägt, dann war es eine >Zielverfehlung< oder >Sünde<. Hier ist der Ursprung des Ausdrucks zu suchen. Sünde ist also Zielverfehlung, d.h. die Strecke zwischen dem Ziel und dem Punkt, den ich erreicht habe. Auf das Leben übertragen heißt das: Das Ziel meines Lebens, auf das ich angelegt bin, ist Gott. Wenn ich von dieser Zielrichtung abweiche, lebe ich in der Zielverfehlung. Ich komme nicht bei ihm an. und das ist Sünde.
Taufe
Christus hat die Taufe eingesetzt. Er hat sich selbst von Johannes taufen lassen und seinen Aposteln zu taufen befohlen. Wenn wir taufen, folgen wir seinem Beispiel und Befehl. Dadurch ist die Taufe nicht in unser Belieben gestellt. Wer getauft wird, wird dadurch »wiedergeboren« zu einem Kind Gottes und der Kirche als dem Leibe Christi eingefügt. Gott schenkt mit der Taufe den Heiligen Geist und bringt dem Täufling Erlösung und ewiges Leben.
Tempel des Leibes
Jesus bezeichnet seinen eigenen Leib als einen Tempel. Warum? Weil Gott durch seinen Geist darin wohnt und weil er ganz Gott zur Verfügung stehen soll. Diesen Ausdruck hat Paulus später von Jesus übernommen: 1. Korinther 6, 19. Damit weist er darauf hin, daß wir mit unsrem Leib nicht machen können, was wir wollen , wie die Wechsler mit dem Tempelbezirk nicht machen können, was sie wollen.
Teufel
Das griechische Wort heißt wörtlich "Durcheinanderwerfer". Die Bibel interessiert nicht das Aussehen des Teufels (Hörner, Pferdefuß und Kuhschwanz sind Phantasien mittelalterlicher Maler), sondern sein Wesen. Sein Wesen aber ist es, Gottes gute Ordnung in dieser Welt durcheinanderbringen zu wollen. Er ist ein "Geist, der stets verneint", der immer destruktiv, nie konstruktiv wirkt, immer abbauend, nie aufbauend. Darum Ist seine beliebteste Arbeitsmethode die Lüge (vgl. Joh.8, 44: „Vater der Lüge“)
Trinität / Dreieinigkeit
Die sogenannte Dreieinigkeits- oder auch Trinitätslehre ist eine gedankliche Ableitung aus der dreifachen Erfahrung Gottes: Vater, Sohn und heiliger Geist, wie sie uns in der Bibel bezeugt wird. Das Glaubensbekenntnis beziehungsweise die Trinitätslehre spiegelt eine dreifache Erfahrung wider, die der Mensch mit dem  e i n e n  Gott macht. Gott ist nicht nur über uns, er ist nicht nur neben uns, er ist nicht nur in uns. Er ist alles in einem. Jesus, der menschgewordene Gott, steht in einer ganz bestimmten Weise neben mir und wird immer an meiner Seite stehen. Der Heilige Geist ist das auf uns Menschen wirkende "Kraftfeld" Gottes.
Tröster
Bezeichnung Jesu für den heiligen Geist. Damit wird das Wesen und die Aufgabe des heiligen Geistes gekennzeichnet. Er bringt nichts Neues über Jesus hinaus, sondern vertritt Jesus solange, bis er selbst wiederkommt. So will der heilige Geist auch nichts anderes, als Jesus bei und in den Menschen zur Geltung zu bringen. Er läßt alles Licht auf Jesus fallen, damit die Menschen an Jesus glauben lernen. Umgekehrt heißt das auch, daß alles, was der Geist den Menschen sagt, in der Autorität Jesu und des Vaters gesagt ist. Es hat in gleicher Weise volle Gültigkeit.
Wiedergeburt
Im allgemeinen Bezeichnung für die völlige, innere "Erneuerung durch den hl. Geist" (Tit. 3,5) eines Menschen. Durch die Wiedergeburt wird der Mensch ein Wesen, das aus der Kraft Gottes und nach Gottes Willen leben will. Diese Wiedergeburt geschieht da, wo ein Mensch sich dem Worte Gottes überläßt (1. Petr. 1,23), sie ist allein Gottes Werk, das er durch sein Wort am Menschen vollbringt (Joh. 1, 13). Das Wort Wiedergeburt hat aber noch eine Sonderbedeutung: Es bezeichnet nicht nur die innere Erneuerung des einzelnen Menschen, sondern die äußere und innere Erneuerung der ganzen Welt bei der Wiederkunft Jesu und der Neuschöpfung der Welt.
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